Haarzell-Leukämie-Hilfe e.V.

 

HZL-Patient, 64 Jahre

Erfahrungsbericht mit positivem Ausgang:

Im Laufe der Jahre 2004 und 2005 vergrößerte sich meine Milz auf 204 mm Länge, 125 mm Breite mit einem Schätzvolumen von 1100 ml.
Ansonsten hatte ich keinerlei Beschwerden, außer einer größeren Erkältungsanfälligkeit und Müdigkeit. Ich konnte meine Milz selbst ertasten.
Mein Hausarzt überwies mich zur Abklärung der Milzvergrößerung an die DKD (Deutsche Klinik für Diagnostik) in Wiesbaden. Dort wurde am 29.11.2005 eine Beckenkammbiopsie durchgeführt.
Das Ergebnis am 16.12.2005: Normozellulärer Beckenkammbiopsiezylinder mit diffuser Infiltration (Anteil an der Gesamtzahl der kernhaltigen Zellen ca. 40 %) durch ein niedrig malignes Non-Hodgkin-Lymphom der B-Zell-Reihe entsprechend einer Haarzell-Leukämie. Der Infiltrationsgrad des Knochenmarks lag zytologisch bei 20 %. Bei der manuellen Differenzierung der Laborparameter sind 72 % der Lymphozyten Haarzellen. Die Immunphänotypisierung ergab morphologisch und durchflusszytometrisch einen eindeutigen Nachweis einer Haarzell-Leukämie.
Das Blutbild zeigte mit 11,14 /nl eine deutliche Leukozytenerhöhung, die im Dezember 2005 noch auf 14,89 /nl anstieg. Der Anteil der Lymphozyten lag bei über 60 %. Die anderen Blutwerte waren im Normbereich.

Ich entschied mich für eine sofortige Chemotherapie und es erfolgte eine Überweisung an die Uni-Klinik Frankfurt am Main, zu Herrn Dr. Rummel.
Dort wurde vom 16. – 20.1.2006 die Chemotherapie mit Cladribin (Litak) 0,14 mg /kg Körpergewicht subkutan durchgeführt. Täglich erhielt ich eine subkutane Injektion in die Bauchdecke. Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen, evtl. etwas mehr Wärmebedürftigkeit und größeren Appetit, allerdings eine Abneigung gegen Fleischgerichte. Ich konnte in der Woche meine normale Bürotätigkeit weiterführen.

Meine Milz hat sich bereits nach 2-3 Wochen auf Normalgröße zurückgebildet.

Die laufenden Blutkontrollen zeigten zwar eine Reaktion auf die Medikation, aber kein gefährliches Absinken der Neutrophilen.

Am 7.6.2006 wurde wieder eine Beckenkamm-Biopsie durchgeführt. Zytologisch konnten keine Haarzellen nachgewiesen werden. Immunologisch allerdings fand sich im Knochenmark eine kleine Population CD19+B-Ly7+-koexprimierter Zellen von ca. 2% und histologisch konnten in diffuser Verteilung Haarzellen nachgewiesen werden, entsprechend einem minimalen Restinfiltrat mit weniger als 3% der kernhaltigen Zellen.


Da ich mich absolut gesund und leistungsfähig fühlte, war dieses Ergebnis trotz der geringen Haarzellenmenge ein Schock.
Ich habe mich sofort wieder für eine 2. Chemotherapie mit Litak subkutan entschieden, die vom 3. – 7.7.2006 in gleicher Weise wie beim 1.Mal durchgeführt wurde. Ich hatte wieder keinerlei Nebenwirkungen. Die Blutwert-Kontrollen ergaben ein Absinken der Leukozyten auf 2,5 /nl und der Neutrophilen auf absolut 1,7.
Ich war aber zu jeder Zeit voll leistungsfähig und fühlte mich immer völlig gesund.

Seit Diagnosestellung Ende 2005 habe ich täglich gut 1/4 Liter frisch gepressten Saft aus: Sellerie, roter Beete, Ingwer, Karotte, Apfel, Orange, Zitrone und 1Teelöffel Olivenöl getrunken zur Stabilisierung meines Immunsystems und um die Anfälligkeit auf Erkältungskrankheiten zu verringern. Und es hat geholfen. Keine Erkältungen mehr!
Seit ein paar Monaten nehme ich zusätzlich täglich auch 1 Schluck Zellagon Aurum, das ebenfalls in gleicher Weise wie der Saft helfen soll. Ich habe im Oktober den behandelnden Arzt gewechselt, von der Uni-Klinik Frankfurt/Main nach Langen zu Herrn Dr. Köhler.
Am 5.12.2006 wurde dort die 3. Knochenmarkbiopsie durchgeführt mit dem positiven Ergebnis: Ausreifende Hämatopoese aller 3 Reihen ohne Anhalt für eine Infiltration durch eine Haarzell-Leukämie! Die Immunphänotypisierung aus dem Knochenmark und die Zytologie bestätigten das Ergebnis. Somit besteht eine komplette Remission nach erfolgten 2 Zyklen 2CdA.

Es besteht weiter eine Lymphopenie (Verringerung der Lymphozyten). Deshalb habe ich vorsorglich Antibiotika verordnet bekommen (Oktober 2006 bis Januar 2007 zweimal wöchentlich morgens und abends je 1 Kapsel
Cotrim 960-1A). Weitere Kontrollen der Blutwerte und Sonographie wird erfolgen, aber ich bin gesund!.

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